"Wieder ein Autor, der auf der Dan Brown-Welle schwimmt", dachte ich als ich in der Buchhandlung "Der Judasfluch" von Scott McBain erblickte. Ich griff dennoch zu, denn von seinem Buch "Die Geheimloge" war ich ziemlich begeistert.
Und tatsächlich geht es wieder einmal um die Christenheit als solche und der Gefahr des Untergangs, der sie ausgesetzt ist. Diesmal sind es jedoch keine realen Mächte, die irgendwie im Untergrund agieren, sondern es ist sehr viel mystischer angelegt. Böse Geister, die bereits zur Zeit der Kreuzigung von Petrus aktiv waren, dringen darauf die Kirche zu zerstören. Und sie haben mit den Münzen, die Judas für seinen Verrat erhielt, auch ein sehr machtvolles Mittel zur Verfügung. In den letzten 2000 Jahren wurden bereits mehrere Versuche unternommen, die jedoch jedesmal gescheitert sind. Nun versuchen die "bösen Geister", sich eines Gerichtspsychiaters zu bemächtigen und ihn zur "dunklen Seite der Macht" zu verführen. Was ihnen auch gelingt. Nur aufgrund des Glaubens und der Liebe "der Guten" kann der Putsch dennoch auch dieses mal nicht gelingen.
Genauso langweilig und kitschig wie das nun klingt, war das Buch auch. Was sich zunächst noch recht spannend begann, wurde zunehmend zäher. Durch das letzte Dritte der insgesamt 516 Seiten musste ich mich ziemlich quälen. Da natürlich klar war, dass die Guten gewinnen werden, fehlte mir jegliches Interesse, wie sie es dieses mal denn nun schaffen werden. Eine besondere Spannung wurde hat der Autor bei mir nicht erzeugen können.
Kurzum ein ziemlich schwaches Werk.
Note: 3 -
Samstag, 3. März 2007
Montag, 19. Februar 2007
Lewycka: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
Eine Freundin von mir erhielt die "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" von Marina Lewyka zu Weihnachten und der Schenker erklärte ihr, dass das Buch alle ganz toll fanden. Beim nächsten Besuch bei Dussmann (großes Berliner "Kulturkaufhaus") kaufte ich es dann prompt, um mich zu überzeugen, ob "alle" denn nun recht haben.
Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Ein 84jähriger Witwer, der zwar ursprünglich aus der Urkaine stammt aber bereits seit vielen Jahren in England lebt, heiratet eine 36jährige Ukrainerin. Diese Ehe gefällt den Töchtern des älteren Herrn nun überhaupt nicht. Obwohl beide grundverschieden und auch überhaupt nicht grün miteinander sind, haben sie sich das gemeinsame Ziel gesetzt, diese Ehe zu beenden. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht und sie scheuen auch nicht davor zurück, die Abschiebung von Valentina (so heißt ihre neue "Stiefmutter") voranzutreiben.
Diese Familiengeschichte ist wirklich sehr kurzweilig und unterhaltsam erzählt, ist wunderbar ironisch und bleibt dennoch nicht so oberflächlich, wie es die die Erzählweise vielleicht befürchten lässt. Denn das sich zunächst aufdrängende Schwarz-Weiß-Gefüge (böse materialistische Asylbetrügerin ./. armer alter ausgenutzter Opa) löst sich sehr schnell auf und es zeigen sich sehr viele Grautöne. Etwa wenn man erfährt, dass der frischgebackene Ehemann seine Frau gerne mit größeren Brüsten hätte und ihr deswegen eine OP bezahlt - oder wenn geschildert wird, wie unattraktiv die Lebensverhältnisse in der Ukraine sind und man Valentinas Ziel, ihrem Sohn (den sie mit ins Land und in die Ehe bringt) ein besseres Leben zu ermöglichen, versteht.
Note: 1
Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Ein 84jähriger Witwer, der zwar ursprünglich aus der Urkaine stammt aber bereits seit vielen Jahren in England lebt, heiratet eine 36jährige Ukrainerin. Diese Ehe gefällt den Töchtern des älteren Herrn nun überhaupt nicht. Obwohl beide grundverschieden und auch überhaupt nicht grün miteinander sind, haben sie sich das gemeinsame Ziel gesetzt, diese Ehe zu beenden. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht und sie scheuen auch nicht davor zurück, die Abschiebung von Valentina (so heißt ihre neue "Stiefmutter") voranzutreiben.
Diese Familiengeschichte ist wirklich sehr kurzweilig und unterhaltsam erzählt, ist wunderbar ironisch und bleibt dennoch nicht so oberflächlich, wie es die die Erzählweise vielleicht befürchten lässt. Denn das sich zunächst aufdrängende Schwarz-Weiß-Gefüge (böse materialistische Asylbetrügerin ./. armer alter ausgenutzter Opa) löst sich sehr schnell auf und es zeigen sich sehr viele Grautöne. Etwa wenn man erfährt, dass der frischgebackene Ehemann seine Frau gerne mit größeren Brüsten hätte und ihr deswegen eine OP bezahlt - oder wenn geschildert wird, wie unattraktiv die Lebensverhältnisse in der Ukraine sind und man Valentinas Ziel, ihrem Sohn (den sie mit ins Land und in die Ehe bringt) ein besseres Leben zu ermöglichen, versteht.
Note: 1
Sonntag, 18. Februar 2007
Blogstart
Ich musste schon oft feststellen, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, ob ich ein bestimmtes Buch bereits gelesen oder einen bestimmten Film oder eine Theaterinszenierung bereits gesehen habe. Ganz zu schweigen von der Frage, ob ich Buch/Film/Stück gut oder schlecht fand. Damit soll nun Schluss sein. Und genau zu diesem Zweck entsteht dieses Blog.
Es hat (hoffentlich) zwei Effekte:
1. ich präge mir meine Eindrücke besser ein, wenn ich sie schriftlich formuliere
2. ich habe ein Memo-Archiv, auf das ich von überall zugreifen kann (falls ich es mir doch nicht so richtig eingeprägt habe)
Auf geht's
Es hat (hoffentlich) zwei Effekte:
1. ich präge mir meine Eindrücke besser ein, wenn ich sie schriftlich formuliere
2. ich habe ein Memo-Archiv, auf das ich von überall zugreifen kann (falls ich es mir doch nicht so richtig eingeprägt habe)
Auf geht's
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